Vortragsreihe

Jahresthema 2020: Literatur und Religion

Auch im Jahr 2020 bot die Erlöserkirche wieder eine hochkarätige Vortrags- und Diskussionsreihe mit namhaften Fachleuten an, die sich dem Jahresthema aus verschiedensten Sichtweisen näherten. Einige dieser Veranstaltungen mussten leider ausfallen, wir konnten aber folgende Vorträge auf 2021 verschieben:

7. Juli 2021 um 19 Uhr im Großen Saal des Gemeindehauses

Prof. Dr. Michael Hochgeschwender: Religiosität in der amerikanischen Gegenwartsliteratur: Von Updike zu Franzen

Trotz erkennbarer Säkularisierungsschübe gerade unter Intellektuellen ist die amerikanische Literatur bis in die Gegenwart hinein religiös geprägt. Dies zeigt sich unter anderem am Werk von John Updike, der nicht nur aus einer presbyterianischen Familie stammt, sondern auch in nahezu sämtlichen seiner Romane immer wieder auf religiöse Themen zu sprechen kommt. Da dies meist in Verbindung mit Sexualität geschieht, ist seine Kategorisierung als christlicher Schriftsteller ernsthaft in Zweifel gezogen worden. Auch etwa im Fall Jonathan Franzens ist die Bezugnahme auf die christliche Tradition eher verdeckt und nicht immer unmittelbar einsichtig, dennoch aber vorhanden. Der Vortrag geht diesen Spuren der literarischen Identitfikation mit dem Christentum vor dem Hintergrund der amerikanischen religiösen Zeitgeschichte nach.

Michael Hochgeschwender (1996 Promotion Universität Tübingen; 2003 Habilitation Universität Tübingen) ist seit 2004 Professor für Nordamerikanische Kulturgeschichte, Empirische Kulturforschung und Kulturanthropologie, LMU München. Seine Forschungsschwerpunkte gelten der amerikanischen Religiosität, insbesondere auch dem amerikanischen Katholizismus und Evangelikalismus, und dem Zusammenhang von Religion, Wirtschaft, Moral und Politik.

und:

27. Juli 2021 um 19 Uhr im Großen Saal des Gemeindehauses:

PD Dr. Iris Röblin-Grau: Gabriel García Márquez: Hundert Jahre Einsamkeit:

von Gabriel García Márquez aus dem Jahre 1985 gilt als das zentrale Werk des so genannten ‚Booms‘ der lateinamerikanischen Literatur. Der Autor bildet darin vielschichtige Vorstellungen unterschiedlicher Religionen ab. Indigene Mythen werden mit christlichen Konzepten verbunden, phantastische Elemente stehen neben realistischen Szenen. Der Vortrag erläutert diese Pluralität und versucht zu erklären, warum gerade dieser hybride Roman als ‚typisch‘ für lateinamerikanisches Erzählen angesehen wird.

Roebling-Grau (2008 Promotion Freie Universität Berlin; 2018 Habilitation FU Berlin) ist seit 2019 Gastprofessorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Romanische Philologie, FU Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte gelten dem Zusammenhang von Theologie, Religiosität und Literatur, Säkularisierungsprozessen und ihrer literarischen Verarbeitung, dem identifikatorischen Lesen und den Erzählstimmen im Realismus.

Hier finden Sie das Jahresprogramm zum Download: